Chronik

 

Am 1. April 1964 fanden sich 9 Tauchsportbegeisterte am Krotzenburger See im Lokal Hubertus zusammen, um den DUC Hanau e. V. zu gründen.

Das Treffen war auf Grund einer Zeitungsannonce im Hanauer Anzeiger zustande gekommen.
Die Gründungsmitglieder waren:

  • Werner Centner
  • Josef Dannewitz
  • Brigitte u. Werner Dreßler
  • Gerhard Jamin
  • Norbert Lorenz
  • Willi Manowetz
  • Wolfgang Schüle
  • Helmut Woynowsky

Zum 1. Vorsitzenden wurde damals Norbert Lorenz gewählt.

In den ersten Jahren der Vereinsgeschichte waren die Clubmitglieder wohl als eine große Familie zu bezeichnen. Jedes Wochenende fand man sich mit etwa 10 – 20 Aktiven und deren Familienmitgliedern zusammen, um seinem Hobby zu frönen. Der Tauchsport steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen. Das Tauchen mit Tauchgerät war zu dieser Zeit eine exotische Sportart. Es gab damals nicht, wie heute, alle Ausrüstungsgegenstände in einem Tauchladen zu kaufen. Ausrüstung wurde aus Beständen der Marine erworben und für unsere Sportart umgebaut, oder in den wenigen Sportgeschäften die es bundesweit gab, teuer erworben. Gemeinsames Tüfteln und Basteln war angesagt. Wer tauchen wollte, lieh sich die Teile der Ausrüstung, die er selbst nicht hatte. Einige Teile der Ausrüstung wurden nach dem Tauchgang an den nächsten Tauchwilligen weitergegeben.

Die ersten Tauchanzüge waren aus Teilen von Glattneopren selbst zusammen geklebt, später dann gekauft. Diese Tauchanzüge hatten noch kein Gewebe. Sie wurden vor dem Anziehen entweder mit Talkum eingepudert, oder mit Spülmittel benetzt.

Steht heute zumeist der Tauchgang im Mittelpunkt des Geschehens, so war es früher auch das gemütliche Beisammensein mit der Vereinsfamilie, sowie das Basteln an der Ausrüstung.

Unser Tauchgewässer war der Großkrotzenburger See auf der heutigen Anglerseite. In der wärmeren Jahreszeit traf man sich hier zum Tauchen und Grillen.

Das Interesse am Tauchen wurde durch die Bücher von Hans Hass gefördert. Es bildeten sich einige Vereine in Hessen. Zu dieser Zeit gab es auch einige unorganisierte Taucher.

Taucher hatten frei nach Hans Hass im Waidsee harpuniert (keines unserer Mitglieder hat je harpuniert). Im Kahler See wurden Waffen, die dort im 2. Weltkrieg versenkt wurden, von Taucher in Nacht und Nebelaktionen geborgen. Aus dem Großkrotzenburger See wurden Karabiner und sogar eine gebrauchsfähige Flugzeugkanone geborgen. Als Folge gab es Taucherverbote in diesen Seen. Ab dieser Zeit wurde immer wieder nach Tauchgewässern gesucht. Schon damals war es nicht einfach, geeignete Tauchgewässer in der Umgebung zu finden.

Die Clubfahrten gingen dann auch bis in die Eifel ( Laacher See, Pulvermaar ) zum Isar-Altwasser, und zum Echinger Weiher bei München, Möhne- Stausee und Scorpe-See.

Zum Training fanden wir uns donnerstags im Stadtbad Hanau ein. Später wurde es in Heinrich-Fischer-Bad umbenannt. Heute stehen uns das Heinrich-Fischer-Bad, sowie auch das Lindenau-Bad zur Verfügung.

Die Vereinslokale waren von 1964 – 1988 Hubertus ( Groß-Krotzenburg ), Kreishauskeller, Sandelmühle Goldener Löwe in Hanau, Rheingold sowie Alt Auheim in Großauheim. Ab Januar 1989 teilte sich der DUC ein Vereinsheim mit dem Reservistenverband in der Barbarossa-Straße in Hanau.

Die Finanzierung des Vereins wurde in den Anfangsjahren seiner Geschichte vor allem durch das Einsatztauchen gewährleistet. Gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei, die damals noch nicht tauchen konnten,  wurden in den umliegenden Gewässern nicht nur Menschen geborgen, Unterwasserleitungen geprüft, sondern auch ein Tresor, Autos und sogar eine Segelyacht an Land gebracht( diese stellte sich im Verlauf der Rettungsaktion als Modellboot heraus ).
Zu dieser Zeit hatten wir einen Krankenwagen (VW Bus), den wir dem Roten Kreuz abkauften. Werner Centner und Willi Manowetz bildeten den Kern der Einsatzgruppe.

Seit etwa 1966 sind Fotowettbewerbe, Diavorträge, Seereinigungsaktionen,  sowie gesellschaftliche Veranstaltungen an Fastnacht, Vatertag und Weihnachten feste Bestandteile des Clublebens.

Das alljährliche Nikolausschwimmen in Kinzig und Main gibt es seit 1968.

Aus Anlass des Hanauer Bürgerfestes wurden im Schloß Phillipsruhe Hobby – Ausstellungen durchgeführt. Fleißige Mitglieder des DUC bauten eine gigantische Unterwasserlandschaft mit U – Boot, Felsen, selbst präparierten Fischen, einem Taucher mit Kamera und ( funktionierendem ) Blitz sowie zentnerweise Sand auf. Dieses Ereignis ist allen damals Beteiligten in lebhafter Erinnerung geblieben.

Auch die am ersten April 1969 der Presse vorgeführte Unterwasser – Blaskapelle im Schwimmbad gehört unumstritten zu den unvergesslichen Höhepunkten der Vereinsgeschichte.

Ein Kapitel, an das man sich mit gemischten Gefühlen erinnert, ist der Wettkampfsport.

Unsere Jugend machte schon unter Gustav Mündel bei den Hessen- und Süddeutschen Meisterschaften und dem Jugendtauchfestival in Porz, einem Vorläufer der Deutschen Meisterschaft, mit. Hier erreichte Günter Schneider bei allen 4 Starts den Sieg.

Ab dem Jahr 1972 wurde durch Peter Hager die Wettkampfaktivitäten im Verein gesteigert.
Wir hatten eine Wettkampfabteilung, die aus 10 Schwimmern bestand und an vielen Wettkämpfen teilnahm.
Nach mehreren 3. und 2. Plätzen wurde Peter Hager 1978 erstmals Hessischer Meister im 50 m Streckentauchen, 1979 Süddeutscher Meister und dann mehrfach 4. bei den Deutschen Meisterschaften im 800-m-Tauchen.

Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des DUC Hanau e. V. 1974 wurden die Hessischen Meisterschaften im Flossenschwimmen ausgerichtet.

1974 spaltete sich der DUC Hanau. Streitpunkt waren damals unter anderem die hohen Kosten der Wettkampfabteilung. Sie gab mehr Geld aus, als alle anderen Aktivitäten des Vereins. Ein Teil unserer Mitglieder unter der Führung von Lothar Fichtel gründete den TCA Bruchköbel.

Ab 1976 gab es zusätzlich eine Jugendwettkampfgruppe im DUC, aus der im gleichen Jahr Michael und Jürgen Schulze  Deutsche Jugendmeister im 25-m-Streckentauchen wurden. Bis 1979 verteidigten sie ihren Titel erfolgreich, sie wurden in den Nationalkader B bzw. C aufgenommen und wechselten im gleichen Jahr zum USC Obertshausen. Ebenfalls aktiv im Wettkampfsport waren Martin Centner und Ulf Bromberger. Auch bei den Mädchen gab es 1977/78 zwei Deutsche Jugend-Meisterinnen in verschiedenen Disziplinen und ab Sommer 1979 hieß das Talent aus den Reihen des DUC Hanau Stefanie Gläser, die den Titel der Deutschen Jugendmeisterin auf der Langstrecke gewann. Ende des Jahres 1979 endete die Geschichte der Wettkämpfer im Club. Die Wettkampfgruppe wanderte erst zum WVO Offenbach und danach mit Peter Hager zum USCO Obertshausen.

Im Laufe der Jahre war klar geworden, dass die Wettkampfgruppe trotz beachtlicher Erfolge für den Verein einfach zu teuer geworden war. Der enorme finanzielle Aufwand für Fahrtkosten, Unterbringung am Wettkampfort und Startgelder standen nicht im Verhältnis zu den wenigen Mitgliedern, die dies mit ihren Beiträgen finanzieren mussten.

Von nun an  besann man sich im Club mehr auf andere Wettkämpfe wie z. B. Orientierungstauchen, interne Clubmeisterschaften oder Dauerduschen, wo es nicht um 1/1000stel Sekunden ging.

Die gemeinsamen Clubfahrten nach Italien, Frankreich, Spanien, Jugoslawien oder Ägypten, also das eigentliche Sporttauchen, wurde die Hauptaktivität im Vereinsleben.

Seit seiner Gründung bis Heute stand der DUC Hanau unter der Leitung von insgesamt 10 unterschiedlichen Vorsitzenden. Diese waren:

  • Norbert Lorenz (1964 – 1968)
  • Werner Centner (1968 – 1971)
  • Gernot Brünninghaus (1971 -1973)
  • Lothar Fichtel (1973 – 1974)
  • Werner Centner (1974 – 1977)
  • Manfred Wenzlaff (1977 – 1981)
  • Gerd Unfug (1981 – 1984)
  • Kurt Less (1984 – 1995)
  • Günter Schneider (1995 – 2000)
  • Dirk Schaumann (2000 – 2002)
  • Günter Schneider (2002 – 2008)
  • Dirk Bruckmann (2008 – 2010)
  • Matthias Beck (2010 – heute)

Unter der Vereinsleitung von Kurt Less wurde 1984 aus Anlass des 20-jährigen Vereinsbestehens erstmals im Lindenau- Bad in Großauheim ein Schuppertauchen durchgeführt. Seit dem ist dieses Tauchen für Jung und Alt ein fester Bestandteil des Clublebens geworden und erfreut sich stetiger Beliebtheit.

Bereits Tradition sind Veranstaltungen wie Faschingsfete, Vatertagsgrillfest, Nikolausschwimmen, Weihnachtsfeier und nicht zu vergessen, An- und Abtauchen.

Die von der Stadt Hanau zur Verfügung gestellten Trainingsmöglichkeiten, im Winter Montags von 20.30 – 21.30 Uhr im Lindenau-ad, im Sommer Montags von 19.00 – 21.00 Uhr im Heinrich-Fischer-Bad (Sprunggrube mit 4,6 m Tiefe), haben sich durch das ganzjährige Training Freitags von 19.30 – 20.30 Uhr im Heinrich-Fischer-Bad erheblich verbessert.

Da die Tauchausbildung in den letzten 10 Jahren deutlich im Mittelpunkt der sportlichen Vereinsaktivitäten liegt, wurden hierfür komplette Ausrüstungen, bestehend aus, Anzügen, Füßlingen, Handschuhen, Flossen, Bleigurten, Messern, Tiefenmessern, Taucherflaschen, Tarierjackets sowie Atemreglern angeschafft.

Auch wurde ein leistungsfähiger Kompressor K 14 mit zwei 50 Liter fassenden Überströmflaschen sowie ein tragbarer Kompressor Utilus und ein Notfallkoffer angeschafft. Der K14 steht immer ½ Stunde vor dem Training im Winter, bzw. nach dem Training im Sommer (nach telefonischer Vereinbarung) zum Flaschenfüllen bereit.

In Punkto Öffentlichkeitsarbeit engagiert sich der DUC seit vielen Jahren mit der Stadt Hanau und anderen Institutionen. So wurde beispielsweise 1988 in Zusammenarbeit mit dem Sportamt eine Ferienfreizeit mit 35 Jugendlichen in Muravera auf Sardinien als Zeltlager mit Selbstverpflegung durchgeführt. Neben den beiden Vorsitzenden, den meisten Übungsleitern und mehreren aktiven Tauchkameraden ( Wohnmobil und Boot von Helmut Reichel ) und 1992 mit der Drogenberatungsstelle Maintal eine Ferienfreizeit für 15 Drogen-gefährdete Jugendliche in Estartit in Spanien veranstaltet.

Das Jahr 1989 war für den DUC geprägt von vielen Veranstaltungen:

Im April anlässlich des 25-jährigen Bestehens waren im Lindenau-Bad die Hessischen Meisterschaften im Flossenschwimmen und Streckentauchen und abends die Jubiläumsfeier 25 Jahre DUC.
Dem DUC, als einem der ältesten Tauchvereine in Hessen, wurden sehr viele Grußworte ausgesprochen.

Im Juni das Lamboyfest, auf dem seit 1987 ein Gyrosstand betrieben wurde.
Im November wurde die Bundestagung des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. in Hanau – Mittelbuchen abgehalten.

Auf allen Veranstaltungen wurde die komplette Bewirtung von Mitgliedern des DUC durchgeführt.

Nachdem uns unser sportlicher Leiter Christos Efthymiou ( TL 1 ) im August 1987 verlassen hat, um mit seiner Familie nach Griechenland zu gehen, standen uns immer wieder Tauchlehrer aus den eigenen Reihen zur Verfügung.
Seit Juli 1988 mit Erich Lauer (TL1, ab 9/1998 TL2), Mai 1990 mit Kurt Less (TL1), März 1991 Günter Schneider (TL1, TL2), September 1994 Carsten Thalheimer (TL1), Oktober 1997 Albert Glaab (TL1), 1998 Detlef Donat (TL1), 2000 Claus Wilkens (TL3).

Daneben wurden immer wieder erfolgreich Übungsleiter / Trainer C  aus den eigenen Reihen ausgebildet.

1992 wurde uns auf Grund der guten Zusammenarbeit mit dem Sportamt das Clubheim an der Rollschuhbahn im Lindenau-Gelände in Groß-Auheim angeboten, mit viel Engagement renoviert und am 1. Oktober erfolgte der Umzug.
In 2003 haben wir es renoviert, um es in einem neuen Gewand zu zeigen.

Der Name unseres Vereins wurde von „DUC Hanau e.V.“ in „Tauchsportverein DUC Hanau e.V.“ umbenannt.
Diese Namensänderung war erforderlich, da wir sonst nur mit einer hohen jährlichen Gebühr unter „T“ wie Tauchen im Telefonbuch der Telekom eingetragen würden.

Im Jahr 2004 feierten wir unser 40-jähriges Bestehen.
Hierzu wurde eine Band engagiert die uns mit Liedern aus den 60ern so richtig einheizte.

Seit der Jahrtausendwende veranstalten wir im Wechsel mit der DLRG-Ortsgruppe Hanau ein Fackelschwimmen am Hanauer Bürgerfest. Hieran nehmen auch der Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Hr. Kaminsky, sowie andere hohe Würdenträger aus Politik, Militär und Gesellschaft regelmäßig teil.

In den letzten Jahren gibt es auch wieder eine Jugendgruppe, die regelmäßige Tauchfahrten, vom Bodensee bis Sa Riera in Spanien, an die Ostsee, zum Plansee in Österreich, nach Ibbenbühren oder zum Klettern in den Waldseilpark in die Fasanerie Hanau Klein-Auheim unternimmt.

Neben der Tauchausbildung finden Kinobesuche und Filmabende rund um das Thema Tauchen statt.